Zamyat M. Klein: Das tanzende Kamel

41wPq9jGJOL__SL160_PIsitb-sticker-arrow-dp,TopRight,12,-18_SH30_OU03_AA115_ Wer regelmäßig Seminare oder Schulungen durchführt, möchte diese in der Regel etwas auflockern – doch woher die zündende Idee nehmen? Da kommt „Das tanzende Kamel“ gerade recht…

Kreativtrainerin und Spieleexpertin Zamyat M. Klein stellt eine umfassende Sammlung von Bewegungs-, Konzentrations- und Lernspielen vor, die sich in unterschiedlichsten Seminarbedingungen einsetzen lassen. Einfach mal nur gemeinsam lachen, wieder aktiv werden, um danach besser aufnahmefähig zu sein, sich kurz bewegen, die Gedanken quasi ausschütteln, ganz ernsthaft etwas spielerisch lernen – für alle Settings ist etwas dabei. Die Übungen sind gut erklärt. Sie enthalten Hinweise zur Umsetzung, Tipps für Spielvarianten und Vorschläge, wo sich welche Spiele am besten einsetzen lassen. Und wer unter den 150 Vorschlägen noch nicht das ideale Spiel für seine Seminarsituation gefunden hat, der lernt in einem eigenen Kapitel, wie er seine eigenen Spiele basteln kann.

Zusätzlich zum Buch gibt es 33 der Spiele auch auf DVD. Hier kann man miterleben, wie die Spiele einer Gruppe erklärt und mit der Gruppe durchgeführt werden. So steht eher visuell veranlagten Menschen eine gute Alternative zum Buch zur Verfügung.



Dezember 11, 2009 in Rezensionen | Permalink | Artikel verschicken | Kommentare (0)

Klaus Eickhoff: Harmlos - Kraftlos - Ziellos

Predigt
Kirchen und Gemeinden kommunizieren professionell, aber immer weniger Menschen hören zu. Klaus Eickhoff, Pfarrer, Evangelist und Autor nimmt die Predigtkultur unter die Lupe und zeigt Wege auf, wie christliche Gemeinde wieder „sagen kann, was sie glaubt, und glaubend lebt, was sie sagt“.
Das umfangreiche Buch ist aus einer Dissertation entstanden und behält diesen wissenschaftlichen Charakter bei. Gut gegliedert, sehr fundiert und sehr ausführlich setzt sich Eickhoff mit dem Anspruch und der Wirklichkeit unserer Predigtkultur auseinander. Dabei schlägt er durchaus kritische Töne an. Er kommt aus dem biblischen Befund zu dem Schluss, dass Kirche gesendet ist, um Menschen zu retten und daher auch eine Predigt diesem Sendungsanspruch gerecht werden muss (was sie viel zu oft nicht schafft, aus teilweise gut nachvollziehbaren Gründen und in den besten Absichten).  
 
Wie die Predigt wieder zur „Sammlung zur Sendung“ beitragen kann, beschreibt Eickhoff ausführlich im dritten Teil des Buches. Er geht auf die Rolle der Gaben ein und wie sie sich zielgerichtet/sendungsgerichtet einsetzen lassen – und zwar die Gaben der ganzen Gemeinde, nicht nur die der Prediger. Predigt soll wieder kraftvoll, klar, verbindlich und führend sein. Menschen wollen geführt werden, und zwar hin zum gebenden Gott, zum ewigen Leben, zu einer persönlichen Gottesbeziehung, zu einem realistischen Zukunftsbild, zu politischer Bürgernähe und vor allem zur „Sammlung der vollendeten Gemeinde“.
 
Sehr viele fundierte und praktische Anregungen, die zur Umsetzung einladen. Je nach Leser erweist sich die Stärke des Buches - die sehr fundierte und umfangreiche Darstellung - als Schwäche: Man braucht schon gutes Durchhaltevermögen für die fast 450 Seiten, die zudem durch die unterschiedlichen Schriftgrößen eher schwer lesbar sind. Aber es lohnt sich. 

Juli 31, 2009 in Rezensionen | Permalink | Artikel verschicken | Kommentare (0)

Gordon MacDonald: Ich will meine Gemeinde zurück

 
Ich will meine Gemeinde zurück
Kennen Sie das? Sie leben seit Jahren, vielleicht sogar seit Jahrzehnten mit ihrer Gemeinde, haben Vieles mit aufgebaut, immer treu mitgearbeitet, und plötzlich verändert sich die Gemeinde - so sehr, dass Sie das Gefühl bekommen, nicht mehr dazuzugehören. Mit diesem Gefühl sind Sie nicht alleine ...
 
Gordon MacDonald, Bestselleraustor, bekannt vor allem durch sein Buch „Ordne dein Leben“, nimmt den Leser mit in eine fiktive Gemeinde und lässt miterleben, wie sich Menschen in solchen Veränderungsprozessen fühlen können.
 
Ausgangssituation ist ein großer Konflikt – es soll viel Geld in Licht- und Tontechnik investiert werden, um den Gottesdienst moderner und professioneller gestalten zu können. Der Antrag wird in der Gemeindeversammlung abgelehnt, und aus einer spontanen Entscheidung heraus lädt der Pastor einige der Gegner dieses Antrags ein, sich mit ihm zu treffen und über ihre Empfindungen zu sprechen. Daraus entsteht eine feste Gruppe, die sich regelmäßig trifft und sich auf eine spannende Entdeckungsreise begibt.
 
Im Verlauf dieser Reise begegnet der Leser typischen Gemeindemenschen, den zurückhaltenden, denen, die immer alles besser wissen, denen, die grundsätzlich dagegen sind, denen, die die Gemeinde verlassen – sowohl auf die gute als auch auf die schlechte Art. Er erlebt ihre inneren Prozesse mit und gewinnt auch Einblick in das, was in einem Pastor in so einer Situation - konfrontiert mit Angriffen, Zweifeln und Unsicherheit - vorgeht. 
 
Inhaltlich beschäftigen sich die Gruppentreffen mit Gemeinde und wie Gott sie sieht, mit Musikgeschichte und den Veränderungen, denen geistliches Liedgut im Lauf der Jahrhunderte unterworfen war, mit natürlichen Prozessen, denen Organisationen (und Kirchengemeinden) unterliegen, mit dem Wesen von Veränderung und dem Verhalten von Menschen im Rahmen von Veränderungen. 
 
Bemerkenswert sind aber weniger diese Inhalte (die der Leser eher nebenbei mitnimmt) als vielmehr das, was diese Inhalte teilweise bei den Mitgliedern der Gruppe auslösen. Ausgangspunkt ist das Gefühl, ihnen hätte jemand ihre Gemeinde gestohlen – etwas Wertvolles sei unwiederbringlich verloren. Der Leser nimmt teil an ihrem Ärger und ihrer Unzufriedenheit über alles „Neumodische“ im Gemeindeleben (vor allem im Gottesdienst).
 
Im Lauf der Zeit öffnen sich die Teilnehmer der Gruppe aber für die Möglichkeit, dass auch sie noch einiges zu überdenken und zu lernen hätten. Und sie begeben sich mutig auf die Reise, in deren Verlauf Erstaunliches geschieht. Sie lernen Fakten, beispielsweise, dass - wie die Kirchengeschichte zeigt - auf lange Sicht fast nichts gleich bleiben kann, wenn man mit Menschen in Verbindung kommen und sie mit Jesus Christus bekannt machen will. Sie lernen, dass es nicht um ihre Gemeinde, sondern um Gottes Gemeinde geht. Vor allem durch die persönliche Begegnung mit dem Jugend-Lobpreisteam der Gemeinde lernen sie, wie sehr sich die Gesellschaft verändert hat und welche Auswirkungen das auf das Gottesdienstverständnis haben muss. Sie lernen den Begriff „Postmoderne“ kennen. Sie staunen darüber, dass man am sinnvollsten dann über Veränderungen in einer Struktur nachdenkt, wenn alles reibungslos läuft. Denn nur dann ist man auf die Zukunft vorbereitet.
 
Gemeinsam lernen sie aber noch etwas viel Wichtigeres:  
„Die Gruppe entwickelte ein Eigenleben. Man konnte sehen, wie Fürsorglichkeit, Neugier, gegenseitiger Respekt unter ihnen wuchsen, wie Menschen in eine Leitungsrolle hineinwuchsen und sich sogar zusammen vergnügen konnten. (…) Und sie fingen an, die Möglichkeit zu sehen, dass es andere Wege geben könnte, Gemeindearbeit zu betreiben, und dass sie sich nur ein wenig öffnen mussten.“

Vor allem lernen sie, wie wichtig es ist, einander zu kennen, einander zuzuhören und einander verstehen zu wollen. Sie lernen wieder neu, miteinander und füreinander Familie zu sein. Auf diese Weise wird ihnen unbemerkt ihre gestohlene Gemeinde zurückgegeben – und was dann im Gemeindeleben passiert, ist durchaus erstaunlich und ermutigend.

Gordon MacDonald will mit diesem Buch den Dialog zwischen Menschen aller Generationen anfachen, die Gemeinde lieben, und vor allem jüngere Generationen von Gemeindeleitern davon überzeugen, dass es lohnend ist, Älteren und deren Gedanken sensibel zu begegnen. Ebenso will er älteren Christen helfen zu verstehen, warum manches in der Gemeindearbeit Veränderungen unterworfen werden muss, um auf neue Situationen reagieren zu können. Auch wenn Gordon MacDonald vor allem Generationenkonflikte im Blick hat, lässt sich dieses Buch ohne weiteres auf alle Konflikte übertragen, die im Zusammenhang mit Veränderungen im Gemeindeleben oder Pastorenwechseln einhergehen. Die beschriebenen Prinzipien helfen jeder Gemeinde dabei, gesund zu bleiben und als gesellschaftsrelevante Gemeinde in die Zukunft zu gehen.
 
Unbedingt lesen! Auf angenehmere Art lässt sich dieses anspruchsvolle und herausfordernde Thema wohl kaum darstellen.
 

Juli 31, 2009 in Rezensionen | Permalink | Artikel verschicken | Kommentare (0)

Ruth Hellmich: Führen mit Coaching

Führen mit Coaching „Vom Potenzial zur Spitzenleistung“ – das klingt doch verheißungsvoll. Ruth Hellmich, Juristin, Coach und Trainerin, möchte genau das mit ihrem Buch fördern: Potenzial in Menschen erkennen und sie mit Hilfe von Coaching dahin bringen, dieses Potenzial zu heben, Talente weiterzuentwickeln und zu Erfolg, Veränderung, Selbstverantwortung, guter Zusammenarbeit und einem lebendigen Miteinander in Beruf und Familie zu finden.

Das Buch richtet sich in erster Linie an junge und erfahrene Führungskräfte mit Interesse an einem durch Coaching bereicherten Führungsstil.

Es verschafft einen guten Überblick über Coaching: Was ist es (im Unterschied zu Beratung), was leistet es, wann (bei welchen Themen) und wie funktioniert es (Skizzierung des Coachingprozesses)? Immer wieder wird indirekt die Frage zur Selbstreflexion gestellt: „Kann ich als Führungskraft das leisten?“ Es zeigt Grenzen auf – wann ist Coaching unternehmensintern nicht sinnvoll (wenn etwa die Vertrauensbasis fehlt, wenn Interessenskonflikte auftreten, bei bestimmten Konstellationen zw. Coach und Coachee). Dann kann Coaching durch einen externen Coach gewinnbringender sein.

Nach der Vorstellung der psychologischen Grundlagen (breiten Raum nimmt hier die Vorstellung unterschiedlicher Persönlichkeitstypen ein) und der Vorstellung des Coachingprozesses widmet Ruth Hellmich die ganze zweite Hälfte ihres Buches der Präsentation effektiver Coachingwerkzeuge. Denn: „Je mehr Coachingwerkzeuge Sie zur Verfügung haben, desto mehr Menschen mit ihren unterschiedlichen Themen können Sie im Coaching begleiten.“

Der Leser bekommt Einblick in professionelle Fragetechniken, da gute Fragen das A und O des Coachings sind. Er versteht, wie Ziele zu stecken sind, lernt Prioritäten richtig zu setzen, Kontrollinstrumente einzubauen, Perspektiven zu wechseln, Wertschätzung auszudrücken und mit Werten zu coachen. Alles jeweils unterfüttert mit klaren, kurzen Beispielen und Checklisten. Der Anhang enthält eine typische Coachingsituation, entwickelt in vier unterschiedlichen Settings und abschließend kommentiert. Daran lässt sich gut ablesen, welchen Unterschied es macht, wenn man als Vorgesetzter ein Mitarbeitergespräch mit guten Coachingfähigkeiten bestreitet.

Am Ende finden sich noch Checklisten und Fragebögen für die Coachingarbeit, die zur Selbstreflexion anregen sollen. Insgesamt ein gutes Buch, mit dem man sich einen fundierten Überblick über Coaching verschaffen kann. Die Stärke des Buches liegt darin, sich auf Wesentliches zu beschränken, Punkte präzise zusammenzufassen, durch Schaubilder zu illustrieren und vor allem viele Checklisten zum Weiterdenken anzubieten. Wer sich für Coaching interessiert, kann anhand dieses Buches einschätzen, ob er sich zum Coach eignet. Er lernt das nötige Handwerkszeug kennen und kann sich in den vorgestellten Bereichen gezielt weiterbilden.


P.S.: Wer in diesem Buch eine Art Erziehungsratgeber erwartet, da das Geleitwort extra darauf hinweist, dass auch Eltern in der Kindererziehung von diesem Coachingbuch profitieren, der sei gewarnt: Den Transfer von der Führungskraft in einem Wirtschaftsunternehmen zur Führungskraft im Unternehmen Familie muss jeder selbst leisten (aber Eltern können das!).

Juni 16, 2009 in Rezensionen | Permalink | Artikel verschicken | Kommentare (0)

Rudolf Stroß: Die Kunst der Selbstveränderung

 
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Wer möchte nicht gerne glücklicher und erfolgreicher sein? Der Wunsch nach Selbstveränderung kann viele Gründe haben. Ist der Entschluss erst einmal gefasst, stellt sich die Frage nach der Umsetzung: Wie können die ersten Schritte aussehen? Wie bleibt man am Ball? Wie geht man mit Rückschlägen um?
Rudolf Stroß, Diplompsychologe, Berater und Coach erläutert unterhaltsam und anschaulich Grundlagen, Gestaltung und Grenzen (wann etwa ein Fachmann, also Arzt oder Psychologe zu Rate gezogen werden muss) von Selbstveränderungsprozessen und gibt konkrete Tipps, wie man seinem Leben eine neue Richtung geben kann. Die vorgestellten Strategien und Methoden werden ergänzt durch praxiserprobte Übungsaufgaben und zahlreiche Beispiele.

Das Buch wurde geschrieben für Menschen, die den Wunsch haben, sich selbst zu verändern, sowie für alle, die ein allgemeines Interesse an diesem Thema haben. Außerdem kann es eine Hilfe für Menschen sein, die anderen bei der Veränderung helfen wollen (falls sie darum gebeten werden). Für alle diese Zwecke enthält das Buch konkrete Tipps, Anregungen und Arbeitsblätter. Insgesamt ein sehr positives und ermutigendes Buch. Die Anleitung zur Selbstveränderung klingt machbar, dadurch dass der Autor kleine, aufeinander aufbauende Schritte aufzeigt. Dabei bleibt er sehr differenziert, was sich vor allem an seinen Beispielen zeigt. Diese stammen aus völlig unterschiedlichen Lebenssituation und Lebensaltern und decken unterschiedliche Persönlichkeitstypen ab. 

Wer sich also verändern möchte und genug intrinsische Motivation hat, der findet in diesem Buch alles, was er im Zuge seines Veränderungsprozesses braucht. Entweder arbeitet man es chronologisch durch oder verwendet es als Nachschlagewerk gezielt für bestimmte Phasen eines Veränderungsprozesses. Es eignet sich auch als Ideenfundgrube mit vielen Übungen, Checklisten und Fragen zum Weiterdenken. Und wenn es nur darum geht, manche Lebens- und Haltungsmuster zu überdenken.

Dem Thema Selbstveränderung kann man schließlich kaum entgehen, vor allem wer beruflich am Ball bleiben will, ist ständigen Veränderungsanforderungen unterworfen. Wer sich nicht selbst verändert, wird verändert. Rudolf Stroß will Mut machen, aktiv zu werden, die eigenen Möglichkeiten und Ressourcen zu nutzen. Er hilft, Veränderungsbedarf zu definieren, Ziele zu setzen, loszugehen, die Ziele an veränderte Situationen anzupassen, mit Rückschlägen umzugehen, weiterzugehen und am Ziel als veränderter Mensch anzukommen. Das Ziel ist eine dauerhafte Lebensveränderung in einem selbstgewählten Bereich und eine dadurch deutlich gesteigerte Lebensqualität.





April 28, 2009 in Rezensionen | Permalink | Artikel verschicken | Kommentare (0)

Neil Cole: Organische Gemeinde

OrganischeGemeinde%2020Wie wäre es, wenn sich das Reich Gottes ganz natürlich ausbreitete? Davon träumt Neil Cole, erfahrener Gemeindegründer und Pastor in Kalifornien, in seinem Buch „Organische Gemeinde“, und er träumt nicht nur davon, sondern erzählt, wie er das tatsächlich erlebt.  

Nachdem Neil Cole angefangen hatte umzusetzen, was Jesus selbst zum Thema Gemeinde gelehrt hatte, entstanden innerhalb von sechs Jahren 800 Gemeinden in 32 Ländern. Diese Gemeinden treffen sich in Privathäusern, Büros, Parks, auf Parkplätzen, in Restaurants, Cafés etc.  Einfach ausgedrückt sagt Neil Cole: Geht zu den Menschen und an die Orte, die Jesus und seine Botschaft am meisten brauchen. Dient diesen Menschen und baut Gemeinde genau da, wo diese Menschen sind (nicht wie üblich: baut die Gemeinde da, wo es euch gefällt und wartet darauf, dass die Menschen irgendwie den Weg in eure Gemeinden finden). Wenn jemand zum Glauben an Jesus findet, dann helft ihm dabei, Gemeinde in seinem persönlichen Einflussbereich zu gründen. Um Gemeinde zu sein, braucht es kein Gebäude, keinen Pastor, keine offiziellen Dienststrukturen etc. 

Neil Cole wendet sich gegen die verbreitete defensive Haltung von Christen. Jesus aber predigte eine Gemeinde, die offensiv die Pforten der Hölle stürmt. Und so musste auch Neil Cole selbst umdenken: Eigentlich wollte seine Gemeinde ein Kaffeehaus eröffnen. Gott aber schlug stattdessen vor, in die bereits bestehenden Kaffeehäuser zu gehen, in denen schon verlorene Menschen waren. Ein Mann, der sich im Zuge dieser Kaffeehausbesuche bekehrte, gründete kurz darauf eine Gemeinde, die sich regelmäßig um 3 Uhr nachts auf einem Parkplatz traf. Warum diese ungewöhnliche Zeit und dieser unwirtliche Ort? Weil dieser Mann nachts arbeitete und so eine Gemeinde für andere Menschen schuf, die ebenfalls nachts arbeiteten und tagsüber schliefen. Er setzte genau das Prinzip organischer Gemeinde um: Gemeinde soll etwas Lebendiges sein, das sich ganz natürlich reproduziert. Gemeinde soll missionale Gemeinde sein, die zu den Menschen geht, statt zu erwarten, dass die Menschen zu ihr kommen.

Diese so genannten Awakening Chapels sollen übrigens nicht klein bleiben, sie dürfen auch wachsen. Ziel ist aber, dass diese Gemeinden gesund sind und sich reproduzieren; aus diesem Grund bleiben sie in der Regel klein, dynamisch und aktiv. Und sie erleben Multiplikation auf allen Ebenen des Gemeindelebens: Jünger, Leiter, Gemeinden und schließlich eine ganze Bewegung.

Dieses Buch nimmt den Leser mit auf eine spannende Reise, in deren Verlauf er zum einen einige Erkenntnisse gewinnt über die Sicht Jesu von Gemeinde, die organische Natur des Reiches Gottes, den genetischen Aufbau des Leibes Christi, die Strategie Jesu, sein Reich auszubauen und unsere Berufung, an Gottes Plan mitzuwirken. Zum anderen aber wird er auch herausgefordert, sein persönliches Verständnis von Gemeinde zu überdenken: Von der „Kommt-zu uns“-Gemeinde hin zur Gemeinde, die zu den verlorenen Menschen geht. Besonders wertvoll an diesem Buch sind die Geschichten, die Neil Cole aus eigenem Erleben erzählt. Man spürt, dass er lebt, was er schreibt – und das aus vollem Herzen und vollem Glauben. 

Pflichtlektüre für alle, die spüren, dass Gemeinde in der bestehenden Form oft nicht mehr zeit- oder gesellschaftsrelevant ist, die nach Wegen suchen, Gott und Gemeinde für andere attraktiv zu machen, für alle, die neue Wege beschreiten wollen. Ein sehr ermutigendes Buch.

März 19, 2009 in Rezensionen | Permalink | Artikel verschicken | Kommentare (0)

Natürlich übernatürlich

Natürlich übernatürlich
Marlin Watling hat sich aufgemacht, die Geschichte der Vineyard-Bewegung zu erzählen. Seiner Ansicht nach liegt der einzigartige Beitrag der Vineyard in der praktischen Anwendung der Prinzipien vom Reich Gottes durch ganz normale Menschen. Die Geschichten in diesem Buch zeigen, wie das aussehen kann – mitten in einem postmodernen Europa, mitten in einem gesellschaftlichen Wandel, in dem sich Kirchen auf dem absteigenden Ast befinden. Die Kirche muss sich neu erfinden, und dieses Buch zeigt, welche Wege man dabei beschreiten kann.
Dieses Buch verbindet auf angenehme und leicht lesbare Weise Geschichte, also harte Fakten über die Entstehung und den Werdegang der Vineyard-Bewegung, mit Geschichten, mit persönlichen Erfahrungen Einzelner inmitten der Vineyard-Bewegung. Gleichzeitig ist es sehr fundiert, vermittelt fast nebenbei viel Wissen, und es fordert heraus, Kirche neu zu sehen und auf den Prüfstand der Postmoderne zu stellen.
 
John Wimber sagte: „Die Welt weiß, wie das Christentum aussehen soll. Die Kirche weiß es als einzige nicht.“ So ist dieses Buch ein – gut gelungener – Versuch zu beschreiben, wie relevante Kirche in unserer postmodernen Zeit aussehen soll. Und so war die Vineyard-Bewegung, die eher aus Versehen aus der Jesus-People-Bewegung in den USA entstanden war, von Anfang an von dem Bemühen geprägt, relevant für die Menschen und ihre Bedürfnisse zu sein und am Puls der Gesellschaft zu blieben: Die Kombination von Anbetung, Verkündigung und Demonstration des Evangeliums hatte starke Anziehungskraft und gehört bis heute zur DNS der Vineyard- Gemeinden. 

Der breite erste Teil des Buches beschreibt somit die Entstehung, die Entwicklung von Vineyard, die Herausforderungen, den Weg nach Europa. Das Wirken von John Wimber nimmt naturgemäß einen breiten Raum ein. Der zweite Teil setzt sich dann mit den Herausforderungen auseinander, die die Kirche in Zeiten der Postmoderne bewältigen muss. Die Vineyard, so der Autor, ist in dieser Beziehung schon gut aufgestellt, was an ihren Grundwerten liegt: Eine Gemeinde, die ihr Fundament im Wort Gottes, eine Sehnsucht nach seinem Wirken und eine Bereitschaft hat, in die Welt hinein zu wirken und am Puls der Zeit zu bleiben, tut sich in diesen Zeiten leichter als manch andere Gemeinde. Doch gilt auch für die Vineyard, sich zu hinterfragen und neue Strukturen zu finden, wie sich Gemeinde und Reich Gottes bauen lässt. Und so gibt „Natürlich übernatürlich“ auch keine „How to“-Anleitung, sondern interviewt die Leiter ganz unterschiedlicher Vineyard-Gemeinden und bietet dem Leser damit einen ganzen Fundus an Ideen, wie Gemeinde in einer postmodernen Welt aussehen kann. 

Deshalb: Unbedingt lesen, sich inspirieren lassen – und das eigene Bild von gesellschaftsrelevanter Gemeinde herausfordern lassen.

Malin Watling ist Psychologe und Leiter der Vineyard Heidelberg, einer neuen Gemeindegründung im postmodernen Europa. Er lebt mit seiner Frau und seinen drei Kindern in der Nähe von Heidelberg und arbeitet in einer Softwarefirma.


Januar 30, 2009 in Rezensionen | Permalink | Artikel verschicken | Kommentare (0)

Wir leiden unter einer Kletterkrankheit!

Paul Ford

Knocking_over_the_leadership_ladderSo der Autor des 2006 erschienenen Buches Knocking Over the Leadership Ladder. Wir haben eine Leiter, die eigentlich jeder (potentielle) Leiter hochklettern soll. Eine Leiter, der man überall begegnet. Längst schon prägen westliche Geschäfts- und Managementkulturen, wie wir christliche Organisationen und Kirchengemeinden aufbauen und führen. Und sie verändern, wie wir Aufgaben, Prozesse und Ergebnisse unseres Dienstes im Reich Gottes verstehen. Gibt es Heilung?

All zu oft setzen wir Leitung mit einer Person gleich. Leiterschaft meint jedoch keine Person, sondern eine Reihe von Funktionen, die von einer Gruppe von Menschen ausgefüllt werden. So der Autor. Schließlich sei die Gemeinde eine Gemeinschaft.

Sein weiser Rat: Sei der Leiter, den Gott in dir erschaffen hat – und nicht der Leiter, den die Welt in dir sehen will.

Ein herausforderndes Buch: Viele Grundannahmen über Leiterschaft in christlichen Gemeinden werden erschüttert. Gleichzeitig bietet die Kernbotschaft eine wohltuende und heilende Erfrischung: Lerne der zu sein, der du bereits bist!

Zur Förderung dieses individuellen Lernprozesses hat Paul Ford ein Tool zur Entdeckung des eigenen Leitungspotenzials entwickelt: Your Leadership Grip/Birkman Blueprint. Ausschlag gebend für die Entwicklung dieses Tools waren drei überraschende Entdeckungen, die der Autor und Berater in seinen internationalen Dienst gemacht hat – und die er so beschreibt:

                        *****

Die Dinge sind nicht immer das, was sie zu sein scheinen:

Überraschung Nr. 1

Fast zwei Jahrzehnte lang hat die evangelikale christliche Szene das Modell des "visionären Leiters" hochgehalten und gefördert. Doch wussten Sie, dass acht von zehn Leitern, mit denen ich gearbeitet habe, wirkungsvoller sind, wenn sie andere persönlich begleiten als wenn sie von vorn mittels einer Vision leiten?

Denken Sie einmal darüber nach: Wäre Gott an einem System interessiert, das jeden Einzelnen am Leib Christi ausrüstet und freisetzt, würde es absolut Sinn machen, dass er viele zurüstende und bevollmächtigende Leiter ("equipping leaders") kreiert, die an der Seite anderer ihren Platz finden. Wieso? Als Begleiter an der Seite einer anderen Person ist es leicht, aus dem Weg zu gehen. Leiter dagegen, die von vorne führen, stehen auch schnell im Weg.

Wollte Gott jeden Christ in einer großartigen Leiterrolle im Reich Gottes sehen, hätte er uns alle als visionäre Leiter geschaffen. Seine größere Hingabe gilt jedoch den Heiligen und deren Zurüstung und Freisetzung zum Dienst. Wer sich selbst und Teams im Einklang mit dem eigenen Potenzial führen kann, erzeugt Kraft, Freude, Frucht – und weitet das Reich Gottes im Sinne Gottes aus.
 
Überraschung Nr. 2

Der Team-Jargon ist nach wie vor sehr beliebt. Westliche Christen können das Wort Team jedoch kaum buchstabieren! Selbst postmoderne Menschen behaupten, dass sie sich nach Gemeinschaft sehnen. Ich habe entdeckt, dass dieses Verlangen nach echter Gemeinschaft durchaus echt ist. In der Regel ist es jedoch ein Verlangen nach Gemeinschaft "zu meinen eigenen Bedingungen". Nach meinem Verständnis geht es hier nicht um Gemeinschaft, sondern benutzerfreundliches Networking.

Denken Sie einmal darüber nach: Seitdem sich die westliche Welt auf der Beziehungsebene mehr und mehr zersplittert, ist eine der größten Veränderungsdynamiken der Verlust einer gemeinsamen Sprache. Nischenmärkte und "have it your way" Motive tragen auch nicht gerade zu einer größeren Gemeinsamkeit bei. Das Fehlen einer gemeinsamen Sprache erschwert jegliche Form von Einheit. Auch wenn wir uns tief nach einer gemeinsamen Einheit sehnen, ist die Verwirklichung dieses Zieles in der Praxis sehr schwierig: Unsere Sprache und Regeln sind oft so unterschiedlich in dieser vielschichtigen Welt. Wir müssen uns ganz gezielt und bewusst bewegen - weg von einem "Ich" und hin zu einem "Wir".

Überraschung Nr. 3

Ich arbeite fast ausschließlich mit christlichen Leitern – also mit Menschen, die angeblich draußen in der Welt stehen, um den Kurs vorzugeben. Erstaunlicherweise musste ich feststellen – nachdem ich mit etwa 20.000 Leitern in über mehr als zwanzig Kulturen gearbeitet habe – dass etwa sieben von 10 Leitern nicht wissen, wer sie hinsichtlich ihrer geistlichen Gaben in Christus sind. Und das trifft in besonderem Maß auf die U.S.A. zu.

Denken Sie einmal darüber nach: Evangelikale Christen in der westlichen Welt glauben tatsächlich, sie könnten Gott mit ihren Strategien helfen. Ist das nicht seltsam? So fragen sich manche beispielsweise, wie sie globale Gemeindegründungsbewegungen produzieren können. Ich meine begriffen zu haben, dass es der Heilige Geist ist, der solche dynamische Bewegungen bevollmächtigt.   

Was ist das Ergebnis? In unseren Trainings konzentrieren wir uns auf die Vermittlung der Fähigkeiten, die wir für notwendig halten, um unsere missionalen oder globalen Strategien umsetzen zu können. Doch oft entfernt das Menschen von dem Design, das Gott durch den Heiligen Geist und seinen Gaben in ihnen angelegt hat. Wir haben die Dinge auf den Kopf gestellt. Zuerst muss es um den Heiligen Geist gehen, dann erst um die Strategie! Man könnte sagen, dass wir Gottes gezielte und bewusste Ausrüstung des Leibes Christi ersetzen – Stück für Stück – mit unseren großartigen Ideen.

Angesichts meiner überraschenden Entdeckungen habe ich einen Prozess (Your Leadership Grip/Birkman Blueprint) entwickelt, der christlichen Leitern helfen soll, …   

  • sich selbst – im Einklang mit ihrer eigenen Identität – gut zu führen anstatt populäre Modelle missionaler oder visionären Leiterschaft zu übernehmen.

  • eine gemeinsame Sprache zu finden, die Christen aktiv and bewusst weg vom "Ich" und hin zum "Wir" bewegt. Drei kritische Fragen spielen hier eine Rolle: (1) Wo bin ich wirkungsvoll?, (2) Inwiefern bin ich schwach?, und (3) Wen brauche ich als Ergänzung?

  • Christen in ihrem Dienst zu vermitteln, was bei ihnen natürliches Talent im Gegensatz zu geistlicher Begabung oder dynamischer Kraft im Heiligen Geist ist. Ein Gabentest in Verbindung mit einem verhaltensorientiertem Persönlichkeitstest (Birkman Methode) kommt hier zum Einsatz.

  • aktiv nach den Menschen Ausschau zu halten, die Gott ihnen anvertraut hat, damit die Vision von Gemeinde als "Leib Christi" gefördert und die Vision der Leiters vertieft werden. 

                       *****

Dr. Paul Ford ist langjähriger und erfahrener Birkman Berater. 2003 entwickelte er das "Grip/Birkman Blueprint (GBB)" Verfahren. Inzwischen sind 18 Trainer und 60 GBB-Coaches in neun Kulturen, sechs Missionsorganisationen und einer Reihe von Gemeindeverbänden in Nordamerika aktiv. Webseite: www.drpaulford.org.

Juli 20, 2008 in Leitung, Paradigmen, Rezensionen | Permalink | Artikel verschicken | Kommentare (0)

From Followers to Leaders

Robert E. Logan und Tara Miller

Follow_rocks_2Eine kürzlich durchgeführte Gemeindestudie stellte die Frage: "Was ist Ihr größter Mangel in der Gemeinde?" Die am häufigsten gegebene Antwort lautete: "Die Ausbildung von Leitern."

Die meisten Pastoren und Gemeinden haben keine klare Vorstellung, wie sie Leiter aus der eigenen Gemeinde ausbilden können. Uns ist zwar klar, dass alles, was wir bisher in dieser Hinsicht ausprobiert haben, nicht funktioniert, aber wir haben noch keine praktikablen Alternativen gefunden.

"From Followers to Leaders: The Path of Leadership Development in the Local Church" (Leiterausbildung in der Ortsgemeinde), das neue Buch von Robert E. Logan und Tara Miller, weist einen klaren und flexiblen Weg zur Ausbildung von mehr und besseren Leitern innerhalb der Ortsgemeinde – Leiter, die in enger Verbindung mit Gott stehen, in der Beziehung zu ihm wachsen, ihre Berufung leben, ihre von Gott gegebenen Gaben einsetzen und in gesunde Beziehungen zu anderen Menschen investieren. Solche Leiter, die im engen Kontakt zu Gott stehen, können auch ganzheitliche, tief greifende Veränderungen im Leben anderer Menschen fördern.

"From Followers to Leaders" hilft Gemeindeleitern eine Ausbildung für Leiter ins Leben zu rufen, die einfach, reproduzierbar und übertragbar auf Ihren eigenen Gemeindekontext ist. Sie müssen nicht das neueste System aus der angesagtesten Megagemeinde importieren. Sie brauchen nur etwas ganz Einfaches, das auch funktioniert. Und hier sind die Geheimnisse, warum dieser Weg wirklich funktioniert:

  • Er ist beziehungsorientiert, das heißt einfach an die konkreten Bedürfnisse und Ziele von Einzelpersonen und Gemeinden anzupassen.
  • Er ist ganzheitlich. Er geht davon aus, dass jeder Mensch aus Geist, Verstand und Gefühl besteht, beziehungsorientiert ist - und dass alle diese Bereiche untrennbar miteinander verbunden sind.
  • Er ist einfach zu reproduzieren, unabhängig von besonders begabten Menschen, teurem Arbeitsmaterial oder komplexen Systemen.

Wenn Sie keine Lust mehr haben darauf zu warten, dass fertig ausgebildete Leiter über Ihre Türschwelle treten, dann ist dieses Buch für Sie geschrieben. Im Folgenden finden Sie eine kapitelweise Zusammenfassung.

Kurzdarstellung

Das Buch beschreibt den Bogen der Entwicklung vom Noch-nicht-Nachfolger über den Nachfolger, den Lernenden, den Leiter bis hin zum Anleitenden für andere. Dabei legt es das Augenmerk darauf, wie die einzelnen geistlichen Entwicklungsstadien nahtlos ineinander übergehen können.

Kapitel 1: Leiter gesucht? Das erste Kapitel stellt klar, wie wichtig die Ausbildung von Leitern für die Ortsgemeinde ist. Was wir bisher gemacht haben, funktioniert nicht… wir brauchen einen neuen Ansatz, einen beziehungsorientierten, bewusst gestalteten, flexiblen und ganzheitlichen Ansatz. Dieses Buch ist für jeden, der Leiter im Kontext einer normalen Ortsgemeinde ausbilden möchte.

Kapitel 2: Überblick über die Leiterausbildung. In diesem Kapitel findet sich eine Kurzbeschreibung der Leiterausbildung, die im Rest des Buches vertieft wird. Statt einem Modell, das man kopieren kann, handelt es sich eher um eine Schablone, an der man die Gegebenheiten des jeweiligen Dienstes orientieren kann.

Kapitel 3: Die große Wolke ganz verschiedener Zeugen. Dieses Kapitel beschäftigt sich mit dem Leben von fünf biblischen Leitern und deren Entwicklung, wie wir sie in der Bibel sehen: Mose, David, Esther, Petrus und Paulus. Gott arbeitet mit jedem von ihnen auf ganz unterschiedliche Weise – sie haben unterschiedliche Persönlichkeiten, Probleme und Berufungen. Darüber hinaus gibt es auch einige gemeinsame Themen, die sich durch ihr Leben durchziehen und sich auf den Werdegang eines Leiters übertragen lassen.

Kapitel 4: Der Weg des Glaubens: ein Nachfolger Jesu werden. Für Jesus begann der Werdegang eines Leiters mit Evangelisation – er setzte bei Menschen an, die ihm noch nicht nachfolgten, und machte sie von dort aus zu Leitern. Als Jesus seine Jünger berief, ging er nicht zu religiösen Menschen; er ging zu Menschen, die von Grund auf eine Lebensveränderung erfahren mussten. Und dann forderte er uns auf, loszugehen und dasselbe zu machen. Leiterausbildung fängt also nicht bei den Menschen in den Gemeinden an, sondern bei den Menschen, die außerhalb unserer Gemeinden stehen.

Kapitel 5: Der Weg des Dienens, Wachsens und Betens: Geistliches Wachstum. Geistliches Wachstum ist entscheidend für die Leiterausbildung. Nachfolger, die Frucht bringen und im Glauben wachsen, bilden den Pool, aus dem man zukünftige Leiter holen kann. Wie also bemühen wir uns gezielt darum, Menschen dabei zu helfen, sich im Glauben weiterzuentwickeln? Und wie können wir anderen dabei helfen, sich in das Bild Jesu zu verwandeln?

Kapitel 6: Der Weg der Weiterentwicklung: aufstrebende Leiter. Wie können Menschen am besten lernen, wenn sie neue Herausforderungen und Aufgaben annehmen? Aufstrebende Leiter brauchen Unterstützung, die beziehungsorientiert und praktisch ist sowie sich an ihren Fähigkeiten orientiert. Sie brauchen die Freiheit sowohl zu scheitern als auch Erfolg zu haben - und dann Zeit, ihre Erfahrungen auszuwerten. Außerdem müssen sie sich charakterlich weiterentwickeln – in der Interaktion mit anderen, durch Lebensumstände und durch das Vorbild anderer.

Kapitel 7: Der Weg des Leitens: Unterstützung und Anleitung. Wenn Menschen sich selbst finden, ihre Gaben und ihre Berufung entdecken und Kompetenz in ihrer Aufgabe entwickeln, werden sie vorwärtsgehen und Gruppen und Teams anleiten. Diese neue Rolle, nicht nur für sich selbst, sondern auch für andere verantwortlich zu sein, bringt neue Herausforderungen mit sich. Wie können wir kontinuierlich Unterstützung für Leiter anbieten, wenn sie anfangen, andere Menschen anzuleiten?

Kapitel 8: Der Weg der Multiplikation: Investieren in andere. Jesus forderte seine Jünger dazu auf, anderen das zu zeigen, was er ihnen gezeigt hatte. Das heißt: Andere so weit bringen, dass sie sich nicht nur selbst weiterentwickeln, sondern auch andere vorwärtsbringen können. Menschen darin anzuleiten, Teams zu leiten, ist nicht das Ende des Weges, sondern – in einem sehr realen Sinn – der Anfang. Wenn wir unsere Leiterausbildung bewusst gestalten, dann beginnt der Prozess sich von selbst zu reproduzieren. Und draußen sind noch andere, die diese Reise mitmachen wollen.

Kapitel 9: Wohin geht die Reise? Erste Schritte auf den Weg. Dieses abschließende Kapitel beschäftigt sich mit der Frage: "Was kommt jetzt?" Es beschreibt verschiedene Optionen für alle, die sich bewusst um die Leiterausbildung in ihrem eigenen Dienst kümmern wollen. Auf der Webseite von CoachNet finden Sie maßgeschneiderte Lösungen für bestimmte Bereiche, wie etwa Natürliche Gemeindeentwicklung (NGE) oder Gemeindegründung.

Weitere Infos und Bestellung bei ChurchSmart Resources unter www.churchsmart.com. (Das Buch ist nur auf Englisch erhältlich)

Bob Logan leitet CoachNet International Ministries. Als international anerkannter Fachmann in Gemeindegründung, Gemeinde- und Leiterschaftsentwicklung entwickelt er innovative Strategien zur Förderung von gesunden, multiplikativen Gemeindebewegungen.

Tara Miller ist als Autorin tätig und entwickelt Mitarbeitermaterialien für CoachNet.

Mai 10, 2008 in Coaching, Leitung, Methodik, Rezensionen | Permalink | Artikel verschicken | Kommentare (0)

Teamcoaching

Weg vom Training für einzelne Zielgruppen, hin zur Performance-Verbesserung von Teams und Abteilungen. Raus aus dem Seminarraum, rein ins Training "on the job". So lauten die aktuellen Trends in der Weiterbildung. Die Konsequenz: Trainer und Berater sind immer stärker als Coaches gefordert, die Teams bei konkreten Problemstellungen begleiten, unterstützen und fördern sollen. Mit der Neuerscheinung „Teamcoaching” gibt es jetzt einen praxisnahen Leitfaden, um Teamentwicklungsprozesse erfolgreich zu initiieren und als Teamcoach die Fäden jederzeit in der Hand zu behalten.

„Unser Team arbeitet schlecht zusammen, es gibt Konflikte und ständige Sticheleien, die Arbeitsergebnisse sind alles andere als befriedigend.” Erfahrungen wie diese sind immer häufiger Ausgangspunkt und Arbeitsauftrag für Berater, Trainer und Coaches. Sie sollen das Team zurück auf den Pfad der Produktivität führen – und stehen damit vor einer diffusen Gemengelage mit einer schier endlosen Reihe von Fragen: Wo liegt das eigentliche Problem des Teams? Wie entwickle ich ein tragfähiges Konzept, das zielführend ist und mir zugleich Flexibilität und Handlungsspielräume gewährt? Mit welchem Methodenmix aus Prozessbegleitung, Einzelcoaching, Workshops, Teamtrainings soll ich arbeiten und wie verzahne ich die einzelnen Elemente wirksam miteinander? Und vor allem: Womit fange ich überhaupt an?

Pragmatische Antworten auf diese und viele weitere Fragen liefert das Autorentrio in Form von Analysehilfen, Methodenbeschreibungen, Übungen und Interventionsmöglichkeiten, die an konkreten Fallbeispielen erläutert werden. Tückische Stolperfallen bei der Auftragsklärung werden thematisiert, die zentralen Prozessschritte und Facetten bei der Erstellung des Konzepts beschrieben sowie die Methoden des Teamcoachings im jeweiligen Kontext mit ihren Vor- und Nachteilen vorgestellt. Und nicht zuletzt nimmt das Buch auch ausführlich und selbstkritisch die Rolle des Teamcoaches ins Visier: Wie verhält er sich in kritischen Situationen? Wie geht er mit verdeckten Aufträgen und falschen Erwartungen um? Wann setzt er seine Glaubwürdigkeit aufs Spiel?

Das Buch eignet sich damit gleichermaßen als Nachschlagewerk, um sich Ideen und Hilfen für den nächsten Prozessschritt zu holen. Es lässt sich aber ebenso als Leitfaden nutzen, der einen Coaching-Prozess von A bis Z beschreibt und eine kontinuierliche Selbstreflexion des Coaches und Trainers ermöglicht.

April 14, 2008 in Rezensionen | Permalink | Artikel verschicken | Kommentare (0)