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Juli 31, 2009 in > Aktuell: Seminare und Angebote <, Coaching, Gemeinde-Innovation, Gemeindegründung, Leitung, Methodik, Natürliche Gemeindeentwicklung , News, OQM, Paradigmen | Permalink | Artikel verschicken | Kommentare (0)

NGE - "der angenehmere Weckruf für Gemeinden"

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Welche praktischen Erfahrungen und Fortschritte die Christian and Missionary Alliance (C&MA) - in den USA und weltweit - mit Natürlicher Gemeindeentwickung (NGE) gemacht hat, berichtet John W. Fogal, Pastor und Coachtrainer.

In den 1980er Jahren hatte die C&MA den Ruf, eine der am schnellsten wachsenden Denominationen in den USA - und stärker noch im Ausland durch unsere starke Betonung auf Mission - zu sein. Dieses Wachstum hält bis heute an, aber in einem langsameren Tempo. Als wir uns genauer damit beschäftigten, stellten wir fest, dass das Wachstum nur von der Gründung neuer Gemeinden und einem geringen Prozentsatz stark wachsender Gemeinden ausging.

Bei näherer Betrachtung der im Jahr 2000 bestehenden C&MA-Gemeinden stellten wir fest – nachdem wir die 10% der am stärksten wachsenden Gemeinden außen vor gelassen hatten -,  dass die verbleibenden 90% der Gemeinden bis zum Jahr 2007 einen Rückgang in den Besucherzahlen von 34.000 zu verbuchen hatten (Gesamtbesucherzahl im Jahr 2007 lag bei 281.000). Mit jedem weiteren Jahr verschlechterten sich die Zahlen. Wir nutzten jede Gelegenheit, um auf diese Entwicklung aufmerksam zu machen - und allmählich begannen die Leute zu sehen, dass etwas getan werden musste. Den Leitern wurde klar, dass wir unsere Betonung auf Gemeindegründung beibehalten und gleichzeitig auf eine gesunde Entwicklung der bestehenden Gemeinden Wert legen mussten. Denn nur eine gesunde Gemeinde würde auch in der Lage sein, ihrer Berufung entsprechend zu leben.

Wir beobachteten weiterhin, dass die Leiter der Gemeinden zwar Gemeindewachstumsseminare besuchten, voller Begeisterung nach Hause kamen, dann aber auch ganz schnell wieder in die alten Fahrwässer gerieten. Sie hatten eine gute, biblisch fundierte Dienstphilosophie, waren aber meistens nicht in der Lage, diese Philosophie auch in die Praxis umzusetzen. Also begannen wir damit, über die Vorteile einer zuverlässigen, objektiven Messung der Gesundheit einer Gemeinde nachzudenken. Das geeignetste Instrument dafür schien uns, der NGE-Fragebogen zu sein. Folgende Vorteile überzeugten uns:

  • Durch eine NGE-Auswertung erhält die Gemeinde den am wenigsten schmerzhaften Weckruf, der sie gleichzeitig zum Handeln motiviert.
  • Der NGE-Test ist mit einer „Bodenanalyse“ oder in der Humanmedizin mit der „Blutuntersuchung“ im Rahmen eines jährlichen medizinischen Check-up zu vergleichen.
  • Er gleicht einer Augenuntersuchung, die zuerst erfolgen muss, damit die Brille individuel angepasst werden kann.Der Optiker verschreibt ja auch nicht automatisch seine eigene Brille, nur weil er selbst mit ihr besser sehen kann.
  • Er befähigt Gemeindeleiter dazu, proaktiv zu handeln anstatt einfach nur zu reagieren.
  • Er ermöglicht es, die Fortschritte der Gemeinde zu überprüfen.
  • Er gibt Gemeindegliedern (nicht dem Pastor oder einem externen Berater) die Gelegenheit zu sagen, was notwendig ist. Werden betroffene Menschen in Prozesse mit einbezogen, ist die Wahrscheinlichkeit viel höher, dass sich etwas verändert.
  • Er weist die Gemeinde auf das hin, was der Veränderung bedarf, um als Gemeinde gesünder zu werden.
  • Er identifiziert rechtzeitig den Problembereich, so dass dieser bearbeitet werden kann.
  • Er hilft dabei, eine biblisch fundierte Dienstphilosophie in die Praxis zu übersetzen.

In der Durchführung haben wir einen schmalen Grat beschritten: Einerseits arbeiteten wir mit Gemeindeleitern, die auf NGE vorbereitet und entschlossen waren, den ganzen Prozess zu durchlaufen. Andererseits stellten wir den Fragebogen auch Gemeindeleitern zur Verfügung, die den NGE-Ansatz nicht kannten – in der Hoffnung, dass das NGE-Ergebnis ihrer Gemeinde sie zum Handeln motivieren würde. Schnell wurde uns aber klar, dass wir die Einstiegshürde höher legen mussten. Zu viele Gemeinden führten den NGE-Test durch, ohne anschließend auf der Grundlage ihres Ergebnisses weiterzuarbeiten. Schnell kamen solche Gemeinden zu dem Schluss, dass NGE nicht funktioniere. Ihre Enttäuschung darüber, dass sich ihre Probleme nicht im Handumdrehen lösen ließen, ermutigte andere Gemeinden gerade nicht dazu, sich auf NGE einzulassen.

In der Anfangsphase versuchten wir Gemeinden auszuwählen, die relativ gesund waren (wir brauchten schnelle Erfolge). Die anderen Gemeinden sollten jedoch nicht denken, dass das Thema Gemeindegesundheit nur für Gemeinden relevant sei, die sozusagen in den letzten Zügen lagen. Wir stellten deshalb immer wieder die Frage: „Ist Ihre Gemeinde so gesund, wie sie sein könnte?“ Die universale Antwort war natürlich: „Nein“.

Von Anfang an sahen wir auch den Bedarf an Coaching. Etwa 90% unserer Gemeinden brauchten externe Unterstützung. Wir fanden das NGE-Coachtraining hierbei äußerst hilfreich. Heute haben wir einen zertifizierten NGE-Coachtrainer in den Diensten der C&MA.

Einige Ergebnisse (Stand: Januar 2009)

Fast 20% aller C&MA-Gemeinden in den USA haben bis heute mit dem NGE-Gemeindetest gearbeitet. Viele Ortsgemeinden haben ermutigende Geschichten zu erzählen. Ein Beispiel: Der zuletzt durchgeführte zweite NGE-Test einer Gemeinde (18 Monate nach dem ersten Durchgang) zeigte eine deutlich verbesserte Qualität (Durchschnittswert stieg von 28 auf 62 Punkte). Gleichzeitig stieg der durchschnittliche Gottesdienstbesuch von 50 auf 85. In der Gemeinde herrscht nun eine völlig neue Atmosphäre.

Etwas mehr als 100 unserer Gemeinden haben den Fragebogen inzwischen zum zweiten Mal ausgefüllt. Nicht alle von ihnen arbeiteten mit einem Coach. Die aber, die es taten, verbesserten ihre Gesundheitswerte im Durchschnitt um 8,2 Punkte. Gleichzeitig stieg der durchschnittliche Gottesdienstbesuch um etwa 20%.

Unsere Lernerfolge

  • Durchhaltevermögen. Es handelt sich um einen langsamen und manchmal entmutigenden Prozess. Man sollte meinen, dass eine Gemeinde bereitwillig auf den Zug aufspringt, wenn sie sieht, was Gott durch NGE tut (weltweit und in der C&MA). Aber es gibt starke Kräfte, die eine Gemeinde davon abhalten, sich dem Gemeindetest zu unterziehen und gesünder werden zu wollen. Ausdauer ist gefordert. Neuen Antrieb bekommen wir immer wieder durch die ständig neuen Erkenntnisse und Materialien der internationalen NGE-Leiter. Sie sind für uns ein großes Vorbild an Beständigkeit und stetiger Weiterentwicklung.

  • Momentum. Es scheint Gipfel zu geben, für die man besonders viel geistliche Energie braucht, um sie zu erklimmen. Beispielsweise lassen sich manche Personen schnell auf etwas Neues ein („early adopters“), andere aber („middle adopters“) müssen mehr (oder anders) für den NGE-Prozess motiviert werden. Zu bestimmten Zeiten im Jahr gibt es Flauten, die besondere Maßnahmen bedürfen, um wieder in Schwung zu kommen.

  • Fokus. Wir neigen dazu, uns zu verzetteln, indem wir unseren Gemeinden ein ganzes Buffet an Ideen und Materialien anbieten. Das ist oft nicht sehr effektiv. Die Erkenntnis, dass NGE prinzipienorientiert und nicht programmorientiert arbeitet, hat uns geholfen. Wir konnten uns auf einen sehr grundlegenden Prozess konzentrieren, der in jeder einzelnen Gemeinde eine individuelle Anwendung findet.

  • Zielgerichtete Unterstützung. Der verantwortlichen Person innerhalb einer Denomination muss klar sein, wie wichtig es ist, dass Gemeinden zu einer gesunden Entwicklung ermutigt und darin positiv unterstützt werden. Diese Person muss es verstehen, Gemeinden für den NGE-Prozess zu gewinnen. Es hat sich bewährt, dafür jemanden hauptamtlich einzusetzen, der nur dafür zuständig ist, den Überblick über diesen Dienst zu behalten und Gemeinden darin zu unterstützen, gesünder zu werden. Wenn dafür extra ein Hauptamtlicher abgestellt wird, spricht das Bände in Bezug auf die Wichtigkeit dieses Themas.

  • „Verfechter“ für gesunde Gemeindeentwicklung. Es ist relativ einfach zu sagen, dass es wichtig ist, sich um die Gesundheit von Gemeinden zu kümmern. Allzu oft unterwerfen wir uns aber der Tyrannei des Dringlichen. So können wir auf lange Monate zurückblicken, in denen wir zwar gute Absichten hatten, aber nichts dafür getan haben, um Gemeinden dabei zu helfen, gesünder zu werden. Es muss jemanden geben, der sich für gesunde Gemeindeentwicklung einsetzt und nie aufgibt.

  • Training. So viele NGE-Coaches auszubilden wie möglich muss das Anliegen des Verantwortlichen in der Denomination sein. Es gibt Pastoren, die eine oder zwei Gemeinden ein Jahr lang durch den NGE-Prozess hindurch coachen können, zusätzlich zu ihren normalen pastoralen Verpflichtungen. Wir müssen sie finden und entsprechend ausbilden. Aber wir haben auch gelernt, dass es am Anfang sinnvoll ist, den Hauptteil dieser Aufgabe jemandem zu übertragen, der sich vollzeitlich darum kümmern kann. Diese Person wird der Mentor für die NGE-Coaches.

  • Paradigmenwechel. Für viele Gemeinden ist es nicht leicht, den Paradigmenwechsel, weg von quantitativen Zielen und hin zu qualitativen Zielen, zu vollziehen. Ziele, die sich auf die Anzahl der Gottesdienstbesucher richten, sind uns so in Fleisch und Blut übergegangen, dass selbst diejenigen unter uns, die auf eine gesunde Gemeindeentwicklung Wert legen, dazu neigen, ihre Effektivität an Besucherzahlen zu messen. Wir kämpfen hier einen langen, harten Kampf – der aber gewonnen werden kann.

  • NGE-Coaches als Ermutiger. Keine Gemeinde plant zu stagnieren oder zu schrumpfen. Wenn es aber geschieht, suchen solche Gemeinden oft erst dann Hilfe, wenn es zu spät ist. Deshalb müssen die Leiter auf Denominationsebene aktiv werden, ohne dabei aufdringlich zu sein. Der „erfolgreiche“ Pastor/die „erfolgreiche“ Gemeinde sucht Hilfe von einem außenstehenden Berater und macht von neuen Ressourcen Gebrauch. Der beste Weg, um Pastoren oder Laienleiter für NGE zu gewinnen, besteht darin, ihnen Geschichten zu erzählen. Geschichten von dem, was Gott in anderen Gemeinden, die sich gewissenhaft dem NGE-Prozess unterzogen haben, getan hat. Wir haben auch gelernt, dass man die NGE-Coaches in erster Linie als Ermutiger sehen muss, die den Pastoren und Gemeinden zur Seite stehen – und sie nicht nur zur Rechenschaft ziehen.

  • NGE-Detailanalyse. Wir haben als Denomination eine ProfilPlus-Detailanalyse erstellen lassen. Es ist ein unschätzbar wertvolles Instrument, und ich würde jeden Gemeindeverband dazu ermutigen, sich eine Detailanalyse erstellen zu lassen. Wenn Sie die Analyse betend studieren, werden Sie viel über die Kultur Ihrer Gruppierung lernen und daraus großen Gewinn für die zukünftige Planung ziehen. Aus dem Bericht können Sie die relativen Stärken und Schwächen ablesen, wie auch das Zusammenspiel einzelner Fragen des Fragebogens. Beim Vergleich der Testergebnisse über mehrere Jahre können Sie auch erkennen, ob es Bereiche gibt, in denen sich nichts verändert hat. „Energieumwandlung“ sollte Veränderung nach sich ziehen. Wenn wir Energie investieren und es tut sich nichts, dann sollten wir die Blockaden und Widerstände herauszufinden versuchen. Das Ganze ersetzt natürlich nicht den regelmäßigen Gemeindetest der lokalen Gemeinde oder die Anwendung grundlegender biblischer Prinzipien auf individueller Basis. Die Detailanalyse der Denomination gibt den Leitern aber einen Rahmen, der ihnen hilft, ihre Gemeinden in einer gesunden Entwicklung wirkungsvoll zu unterstützen.

Rev. John W. Fogal, Sr. ist ordinierter Pastor der Christian and Missionary Alliance (C&MA). Er arbeitete 22 Jahre als Gemeindepastor und danach 18 Jahre als Superintendent. Seit seiner Ausbildung zum NGE-Coach im Jahr 1999 hat er über 200 Gemeinden durch den NGE-Prozess gecoacht. 2004 ließ er sich als NGE-Coachtrainer lizensieren und ist nun für die Ausbildung und Schulung der NGE-Coaches zuständig.

Juli 21, 2009 in Leitung, Natürliche Gemeindeentwicklung | Permalink | Artikel verschicken | Kommentare (0)

Coaching in der Gemeindegründung

Wie kann ein Gemeindegründer seine Mitarbeiter fördern und ins Spiel bringen? Christoph Schalk erklärt, wie lösungsorientiertes Coaching dabei helfen kann.

Die Fragen und Werkzeuge des lösungsorientierten Coachings sind:

Zielfrage
Häufig ist der Einstieg in ein Gespräch ein Problem, das jemand wahrnimmt. Was nervt und frustet, wird beschrieben. Der Coach nimmt diesen Einstieg, um die Energie in Richtung des Ziels umzulenken: „Was hättest du gerne statt des Problems?“ oder „Was wünscht du dir in Bezug auf dieses Thema? Was sollte anders sein, wenn unsere Gespräche hier optimal laufen?“ Diese Bewegung weg von Problemen und hin zu Wunschzuständen ist die erste Grundlage im Coaching und richtet den Blick in eine vielversprechende Richtung.

Skalenfrage
Zwischen Wunsch und Wirklichkeit stehen häufig viele Schritte und es ist nicht immer klar, wie der Weg dorthin aussehen könnte. Aufgabe des Coachs ist, die Ressourcen in dieser Situation erkennbar zu machen und die Bewegung in Richtung Ziel mit kleinen Schritten zu starten.

Die Skalenfrage hilft dabei: „Auf einer Skala von 0 bis 10 – wobei 0 den am schlimmsten möglichen Zustand darstellt und 10 das Ziel deiner Träume – wo stehst du im Moment auf dieser Skala?“ Nach einer Selbsteinschätzung kann der Coach Ressourcen aufdecken: „Okay, du stehst bei 4. Das ist besser als 1 oder 2. Was machst du bereits, das dich auf eine 4 bringt?“ Außerdem kann der Coach die nächsten Schritte konkretisieren: „Was würdest du bei 5 anders machen als im Moment?“ Dadurch erkennt die Person klarer, was sie beitragen kann, um sich Richtung Ziel zu entwickeln. Häufig sind es diese beiden Faktoren, die das Coaching effektiv werden lassen: das Erkennen von Ressourcen und das Bewegen in die richtige Richtung.

Ressourcenfrage
Da Coaching Hilfe zur Selbsthilfe ist, ist der Coach daran interessiert, die Ressourcen aufzudecken, die die Person nutzen kann. Das können innere Ressourcen sein (Selbstvertrauen, Wissen, Erfahrung, Kreativität usw.), äußere Ressourcen (wie Beziehungen, Bücher, Geld, Zeit usw.) oder benötigte Ressourcen. Dabei stellt der Coach die Frage: „Welche Ressourcen benutzt du schon in der Situation? Welche Ressourcen könnten dir noch zur Verfügung stehen?“ Es ist hilfreich, wenn der Coach immer wieder nachfragt und bei etwas Unsicherheit ein Brainstorming vorschlägt, das er zusammen mit der Person durchführen kann.

Wunderfrage
Manchmal ist eine Person so in ihrer Situation gefangen, dass sie nicht sehen kann, was sie will oder was möglich ist. Die sogenannte „Wunderfrage“ hilft dabei, diese Limitationen zu überwinden, indem sie fragt: „Ich möchte dir jetzt eine ungewöhnliche Frage stellen. Stell‘ dir vor, du gehst nach Hause und legst dich wie immer zu Bett. Während du schläfst, geschieht ein Wunder. Das Wunder besteht darin, dass das Problem, das dich hierher geführt hat, gelöst ist. Allerdings weißt du nicht, dass das Wunder geschehen ist, weil du ja schläfst. Wenn du also morgen früh aufwachst, woran erkennst du, dass das Wunder tatsächlich geschehen und das Problem, das dich hierher geführt hat, gelöst ist?” Wenn die Person die „Zeichen des Wunders“ für sich beschreiben kann, kann der Coach mit weiteren Fragen arbeiten und den Weg zum Wunder konkretisieren.

Zirkuläre Frage
Ähnlich wie die Wunderfrage hilft die zirkuläre Frage dabei, den Blick aus der eigenen Situation heraus zu weiten und neue Perspektiven zu gewinnen. Zirkulär heißt die Frage, weil sie die Person dazu bringt, aus der eigenen Haut herauszuschlüpfen und aus einer anderen Perspektive auf den eigenen Lebenskreis (Zirkel) zu schauen. Die Frage könnte lauten: „Was würdest du dir selbst in dieser Situation raten, wenn du dein eigener Mentor wärst?“ oder „Woran würde dein bester Freund erkennen, dass du dich Richtung Lösung entwickelst?“ oder „Was würde Gott dir in dieser Situation raten?“

Coaching kann wunderbar funktionieren und Situationen nachhaltig zum Besseren verändern. Sicherlich braucht es dazu etwas Übung. Diese kurze Beschreibung kann nur ein Ansatz sein. Ein wichtiger Schlüssel für die Praxis ist: Tue das, was funktioniert - und tue mehr davon. Mehr von dem zu multiplizieren, was Frucht bringt, ist ein weiser und hilfreicher Ansatz - auch in der Gemeindegründung.

Juli 10, 2009 in Coaching, Gemeindegründung, Leitung, Methodik | Permalink | Artikel verschicken | Kommentare (1)

Gönnen Sie sich einen Coach!

In Zeiten, in denen die Wirtschaft in der Krise ist und Gemeinden mit schrumpfenden Budgets umgehen müssen, erleben wir, dass das Interesse an Coaching stärker ist als zuvor. Warum? Weil es eine kluge Entscheidung ist, in Coaching zu investieren.

Der Druck, den eine klamme Wirtschaft auf Gemeinden legt, bringt uns dazu, das Beste aus uns und unseren Fähigkeiten als Leiter herauszuholen. Wir erleben, dass die Besucherzahlen in den Gemeinden zunehmen, und wir wollen gute Verwalter der uns anvertrauten Möglichkeiten sein.

Was ist nun die wirtschaftlich am besten vertretbare Entscheidung?

Mehr Mitarbeiter einstellen

oder

Den Einsatz Ihrer bereits vorhandenen Mitarbeiter verstärkt an Dienstprioritäten ausrichten?

Ein Führungskräfte-Training in Anspruch nehmen

oder

Lernen, die richtigen Fragen zu stellen, um Ihren Leitern dabei zu helfen, neue Fähigkeiten außerhalb ihrer Komfortzonen zu entwickeln?

Materialien für Predigt und Gottesdienst kaufen

oder

Lernen, wie Sie die kreativen Menschen, die Gott in Ihre Gemeinde gestellt hat, ausbilden können?

Ihre Mitarbeiter bis zum Limit arbeiten lassen

oder

Ihnen beibringen, wie sie intern ehrenamtliche Mitarbeiter finden und ausbilden können?

Auf ein Seminar fahren, um Menschen zu finden, die in einer ähnlichen Situation stehen

oder

Regelmäßigen, zielgerichteten Austausch mit jemandem pflegen, der versteht, was Sie meinen und Ihnen gute und qualifizierte Rückmeldung geben kann?

Eine weitere Konferenz besuchen, bei der manches von dem angebotenen Material eventuell in Ihrer Situation anwendbar ist

oder

Regelmäßig direkt in Ihren eigenen Leitungskontext investieren?

Für jeden der oben genannten Punkte beten

oder

Einen Coach nehmen?

Statt alles nach außen zu verlagern, müssen wir nach innen schauen: Wir müssen die besten Lösungen innerhalb unseres eigenen Kontexts finden.

Die gegenwärtige wirtschaftliche Situation gibt uns mehr Möglichkeiten, Menschen für Jesus zu erreichen. Coaching zahlt sich dabei als kostengünstige Lösung aus. Von den Regionen dieser Welt, in denen die Kirche am ärmsten ist, lernen wir: Coaching ist ein einzigartig gutes Mittel, um Leiter trotz wirtschaftlicher Herausforderungen zu bevollmächtigen und zuzurüsten.

Arbeiten Sie clever. Nehmen Sie sich einen Coach. Sie können es sich nicht leisten, es nicht zu tun.

Die Qualitätscoaches von CoachNet: besonders qualifiziert, in turbulenten Zeiten zu arbeiten

www.coachnet.de
www.christophschalk.com

Mai 14, 2009 in Coaching, Leitung, News | Permalink | Artikel verschicken | Kommentare (0)

Probleme in Ziele umwandeln

Gute Leiter investieren in Potentiale, nicht in Probleme. Sie konzentrieren sich darauf, das Reservoir an Möglichkeiten zu entdecken und anzuzapfen. Christoph Schalk erklärt den Ansatz des Lösungsorientierten Coachings.

April 20, 2009 in Coaching, Gemeindegründung, Leitung | Permalink | Artikel verschicken | Kommentare (0)

Führen oder Coachen?

Christoph Schalk

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Die Gretchenfrage für jeden, der anderen „vorgesetzt“ ist - sei es als Pastor in der Gemeinde oder als Führungskraft in einem Unternehmen - lautet: Wann führe ich meine Mitarbeiter, und wann coache ich sie?

Um diese Frage beantworten zu können, muss man sich zunächst die Grundzüge von Führen und Coachen bewusst machen. Danach kann man von Situation zu Situation entscheiden, ob Führen oder Coachen  gefordert und jeweils zielführender ist.

Kurz gesagt…

Führen bedeutet, Vorgaben durchzusetzen, Grenzen festzulegen und Rahmenbedingungen zu klären. In der Gemeinde heißt das beispielsweise: „Der Gemeindebrief erscheint ab Januar zweimonatlich statt vierteljährlich“, oder „Alle Ressortleiter sind dem Pastor rechenschaftspflichtig“. In einem Unternehmen kann das heißen: „Ich dulde keine privaten Telefongespräche am Arbeitsplatz“, oder „Ab Januar werden Abteilung X und Abteilung Y zusammengelegt“. Über diese Vorgaben und Grenzen lässt sich nicht diskutieren, es gibt keinen Spielraum, etwas daran zu verändern. Hier ist der Pastor/Leiter gefordert, auf die Einhaltung dieser Vorgaben zu achten. Er muss also klar führen.

Coachen dagegen kann man in Situationen, in denen ein Mitarbeiter Gestaltungsfreiraum hat. Wichtig: Dieser Gestaltungsfreiraum muss explizit mit dem Mitarbeiter besprochen und geklärt sein, sonst gibt es Missverständnisse, Rollenkonflikte – und das Coaching wird nicht wirklich greifen. In unseren Beispielen bedeutet Gestaltungsfreiraum möglicherweise, dass der Verantwortliche des Gemeindebriefs entscheiden kann, wie er die Vorgabe der häufigeren Erscheinungsweise lösen möchte, etwa durch zusätzliche Mitarbeiter oder jeweils dünnerer Ausgaben oder …  Der coachende Pastor unterstützt ihn, indem er ihm hilft Lösungen zu finden und Schritte in Richtung der Lösung zu gehen. Bei der Zusammenlegung zweier Abteilungen in einem Unternehmen kann die Führungskraft ihren Mitarbeitern als Coach zur Seite stehen, indem sie die Mitarbeiter durch Coaching-Fragen befähigt, zu aktiven und verantwortlichen Mitgestaltern dieser Umstrukturierung zu werden, selbst Maßnahmen zu entwerfen und diese umzusetzen.

Coaching nutzt das Potenzial der Mitarbeiter

Coaching ist Gewinn bringend, wenn ein Mitarbeiter Unterstützung bei der Umsetzung eigener Ziele braucht (die natürlich im Rahmen der übergeordneten Gemeinde- oder Unternehmensziele stehen), wenn er Unterstützung braucht, seinen Weg zum Ziel zu planen und zu gehen, und wenn es darum geht, einen Mitarbeiter im Gemeinde- oder Arbeitsalltag weiterzubilden, damit sein neu erworbenes Wissen oder seine Fähigkeiten der Gemeinde oder dem Unternehmen dienen können.

Führendes Coachen bedeutet, die Aufmerksamkeit von Mitarbeitern auf das zu lenken, was schon funktioniert: Welche Stärken, Fähigkeiten und Lösungsansätze sind schon da? Über welche Kompetenzen verfügen die Mitarbeiter? Was funktioniert schon gut? Aufgabe eines Pastors/Leiters oder einer Führungskraft ist es, dies bewusst zu machen, es wertzuschätzen und die Mitarbeiter darin zu bestärken. Oft verfügen Mitarbeiter über alle Fähigkeiten und Ressourcen, sind aber in ihrer Aufgabe oder Situation gefangen. Der Coach hilft ihnen dabei, sich wieder auf ihre Stärken zu besinnen, Situationen klarer einzuschätzen und das Mögliche zu sehen und über das vermeintlich Unmögliche zu stellen. Dazu braucht es oft nur einfache Fragen – dann sind Mitarbeiter meist schon in der Lage, von einem geklärten Standpunkt aus zu handeln.

Beispiele für einfache Fragen, die ein Lösungsbewusstsein beim Gegenüber schaffen: „Was wollen Sie genau erreichen?“, „Was wissen Sie bereits über sinnvolle Lösungsansätze?“, „Woran werden andere Außenstehende merken, dass wir dieses Problem im Griff haben?“, „Was hat bis jetzt schon gut funktioniert?“ Schlichte Fragen, die sich an einer möglichen Lösung orientieren – und mit bisweilen erstaunlicher Wirkung.

Coachen bedeutet loslassen

Coachen bedeutet, bei einem Mitarbeiter ein Bewusstsein für eigene Lösungswege zutage zu fördern. Und es soll die Verantwortung für die Lösung beim Mitarbeiter belassen. In Gesprächen kann man ohne weiteres vom Führen zum Coachen übergehen. In unserem Gemeindebeispiel heißt das:  „Der Gemeindebrief erscheint ab Januar zweimonatlich statt vierteljährlich“ (klare Ansage – Führen). Dann geht es weiter im Gespräch: „Wie denken Sie, können wir den Rhythmus umstellen? Was muss geschehen, damit wir dieses Ziel erreichen können“ (Spielraum geben – Coachen)?

Coachen als Führungskraft bedeutet in erster Linie loslassen: eigene Ideen, eigene Lösungsvorschläge, praktische Hilfe – bei der ich als Coach das Problem löse und Verantwortung für die Durchführung und das Ergebnis übernehme. Und dann bedeutet coachen auch zugestehen: dem Coachee Fähigkeiten, Ideen, Wissen, Kompetenz zugestehen sowie die Fähigkeit, eigenverantwortlich zu entscheiden, zu handeln, Lösungen zu finden und den Weg zum Ziel zu gehen.

Zum Weiterdenken…

+ Welche Freiräume hat mein/e Mitarbeiter/in bei seiner/ihrer Aufgabe?

+ Wie wurden diese Freiräume explizit formuliert?

+ Was muss gegebenenfalls noch geklärt werden?

+ Welche Vorgaben muss ich machen? Wie?

+ Wo kann ich ihn/sie coachen?

  • Beim Erreichen seiner/ihrer eigenen Ziele?
  • Bei der Planung oder Umsetzung seines/ihres Weges zum Ziel?
  • Bei seiner/ihrer persönlichen Entwicklung?

Christoph Schalk ist Diplom-Psychologe und arbeitet als Coach und Coachtrainer. Er hat in den letzten 15 Jahren über 300 Leiter und Führungskräfte persönlich gecoacht und gut  600 Coaches in über 25 Ländern ausgebildet. Sein aktuelles Lieblingsthema: „Der Leiter / die Führungskraft als Coach“.

April 10, 2009 in Coaching, Leitung | Permalink | Artikel verschicken | Kommentare (0)

Missionale Gemeinde – Wesenszüge und Bedeutung (Teil 2)

Alan Roxburgh

Gemeinde

Das Verständnis von Gemeinde hat sich radikal verändert. Nur: Viele Gemeinden haben noch nicht erkannt, dass das auch heißt: Gemeinde muss sich in der Praxis verändern und anders mit den Herausforderungen umgehen, die die Gesellschaft an sie stellt. Alan Roxburgh regt zu einem neuen Denken und Handeln an.

Fortsetzung von Teil 1

Missionale Gemeinde ist Gemeinde als Kontrast zur Gesellschaft

Wenn wir über missionale Gemeinde sprechen, geht es darum, wie die Gemeinde in der westlichen Welt als Ausführende des Auftrags Gottes aussehen könnte. Die Diskussion konzentriert sich dabei auf zwei Bereiche: zum einen auf die Gesellschaft, in der wir uns befinden, zum anderen auf die Absichten Gottes in dieser Welt, wie sie sich uns durch Jesus Christus und sein Evangelium zeigen. Wir haben erkannt, dass sich unsere Gesellschaft durch massive Veränderungsprozesse bewegt, die die Kirche rasch von dem zentralen Platz, den sie früher innehatte, verdrängen. Das wirft grundsätzliche Fragen auf hinsichtlich der Beziehung zwischen christlichem Lebensstil und der pluralistischen Gesellschaft, in der wir leben. Was die Gesellschaft angeht, ist die Botschaft Jesu das Hereinbrechen von Gottes Herrschaft in diese Welt. Deshalb ist die Gemeinde die von Gott herausgerufene Gemeinschaft Gottes in einem konkreten kulturellen Umfeld.

Die Gemeinde ist eine ekklesia, das heißt eine Versammlung, die herausgerufen wurde, ein öffentliches Zeichen, ein Zeugnis und ein Vorgeschmack auf das zu sein, wozu Gott die ganze Schöpfung in Jesus Christus einlädt. Die Gemeinde, in ihrem gemeinschaftlichen Leben und ihrem Zeugnis für die Welt, proklamiert das Schicksal und die Zukunft der ganzen Schöpfung. Ortsgemeinden verkörpern das, wozu Gott die ganze Schöpfung durch die Kraft des Heiligen Geistes beruft. Der Gott, dem wir in Jesus Christus begegnen, beruft die Gemeinde dazu, eine Gemeinschaft von Menschen zu sein, die nicht mehr für sich selbst und ihre eigenen Bedürfnisse leben, sondern als Kontrastgesellschaft Gottes Zukunft für die ganze Schöpfung sichtbar werden lassen.

Als Kontrastgesellschaft formt sich die Gemeinde um Überzeugungen und Praktiken herum, die kontinuierlich einen Lebensstil prägen, der sich nicht vom gesellschaftlichen Umfeld ableiten lässt. Die Gesellschaft, in der wir leben - und in der wir als Kontrastgesellschaft leben sollen - bezeichnet man als spät-modern oder postmodern. In diesem Kontext lebt jeder nach seinen Rechten. In diesem Kontext herrscht schlicht die Annahme, dass Leben in einer toleranten und offenen Gesellschaft heißt, Räume zu schaffen, in denen persönliche Rechte, Gefühle oder Bedürfnisse nicht angetastet oder verletzt werden. Dies ist Teil des Wahnsinns der bedürfnisorientierten, sucherorientierten Mentalität der Kirche. Solche Ansätze sind tatsächlich davon überzeugt, dass sie der christlichen Tradition treu sind. In Wirklichkeit untergraben sie jedoch die Elemente, die wesentlich für eine Treue im missionalen Sinn sind. Wir möchten das Bedürfnis des Einzelnen nach Autonomie so sehr bestärken, dass wir den Zugang zu den Ressourcen verloren haben, die uns die Bibel und eine großartige christliche Tradition zur Verfügung stellt, um ein Volk zu formen und zu gestalten, das einen Kontrast zur Gesellschaft bilden kann.

Missionale Wesenszüge in einer Gesamtschau

Lesslie Newbegin sprach von einer dreiseitigen Kommunikation zwischen dem Evangelium, der Gemeinde und der Gesellschaft, in der sich die Gemeinde befindet. Die missionarische Begegnung erfordert eine Interaktion zwischen dem Volk Gottes, dem Evangelium, wie es uns in der Bibel offenbart wird und der uns umgebenden Gesellschaft. An jedem Ort und zu jedem Zeitpunkt ist diese dreiseitige Kommunikation nötig, wenn das Evangelium in der Welt sichtbar werden soll.

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Dieses Dreieck hilft uns zu verstehen, wie die Wesenszüge missionaler Gemeinde zueinander stehen. Mit anderen Worten geht es bei missionaler Gemeinde nicht darum, Gemeinde auf eine bessere Art zu „machen“, damit mehr egoistische Individualisten ihre privaten Bedürfnisse erfüllt bekommen. Bei missionaler Gemeinde geht es nicht nur um die Gemeindeecke des Dreiecks. Zu einer missionarischen Begegnung gehört mehr als die Gemeinde. Kommunikation kann nur stattfinden, wenn es eine echte Begegnung zwischen allen drei Ecken gibt. Wir können nicht länger davon ausgehen, dass wir ein allgemeingültiges Verständnis über unsere Kultur oder das Wesens des Evangeliums haben.

Das Basisdiagramm oben lässt sich leicht abändern, um die Tendenz in den postchristlichen Gemeinden des Westens abzubilden: Sie bilden sich weiter hin ein, dass die Kirche die Frage ist, die gestellt und das Problem ist, das gelöst werden muss - und zwar so, dass sowohl Evangelium als auch Gesellschaft zu untergeordneten Punkten dieser Beschäftigung mit der Gemeinde werden. Ein ekklesiozentrischer Grundzustand und eine Einseitigkeit, die das Vermächtnis des Christentums prägt.

Missiocontrastmissionary_diagram2

Mit anderen Worten geht es bei der Missio Dei einfach darum, was Gott in der Schöpfung, durch sie und quer durch sie hindurch tut. Die Berufung der Gemeinde ist es, sich die breiter angelegte Frage zu stellen, was Gott in der Schöpfung tut, und zugleich Zeichen, Zeugnis und Vorgeschmack für dieses Handeln Gottes zu sein. Dieses Handeln Gottes in Christus findet mit Sicherheit in und durch die Gemeinde statt. Die Gemeinde steht noch vor der ganzen Schöpfung im Zentrum der Absichten Gottes in dem Sinne, wie das Wirken Christi in der Schöpfung konkret gemacht und erfahrbar wird. Es geht hier nicht darum, die unglaubliche Würde, die Berufung und die ontologische Priorität der Gemeinde zu mindern. Es geht vielmehr darum, wie dieses Verständnis die missionalen Verschiebungen in Nordamerika geprägt hat und weiterhin prägen wird. Hier ist die Gemeinde das Ziel und das Ende wie auch der Inhalt und der Zweck. Genau diese Beschäftigung mit sich selbst hält die Christen Nordamerikas davon ab, sich auf die Art der missionarischen Dynamik einzulassen, die Newbegin uns so wortgewandt vorgestellt hat.

Auszüge des Originalartikels "What is Missional Church?" von Alan Roxburgh -- mit Erlaubnis übersetzt und verwendet. Copyright: Allelon Publishing, www.allelon.org.

"What is Missional Church?" (Ungekürzter Artikel auf Englisch)

"Understanding Missional Church"  (Workshop auf Englisch, PDF 2710 KB)

"Understanding Missional Church"  (Teilnehmerunterlagen auf Englisch, PDF 2629 KB) 

Alan Roxburgh ist Vizepräsident von Allelon Kanada (www.allelon.org). Er verfügt über 27-jährige Erfahrung als Gemeindeleiter und Pastor von Gemeinden in Kleinstädten, Großstädten und Vorortgemeinden, sowie in Leitungsfunktionen innerhalb einer Denomination.

März 20, 2009 in Books, Gemeinde-Innovation, Leitung, Paradigmen | Permalink | Artikel verschicken | Kommentare (0)

The Future of Coaching

JohnWhitmore_Seite_1Ein Tag mit Sir John Whitmore, dem einflussreichsten Vordenker der internationalen Coaching-Community.

Informationen & Anmeldung gibt's hier (PDF, 788 KB).

März 18, 2009 in Coaching, Leitung, News, Werbung | Permalink | Artikel verschicken | Kommentare (0)

Missionale Gemeinde – Wesenszüge und Bedeutung (Teil 1)

Alan Roxburgh

Gemeinde

Das Verständnis von Gemeinde hat sich radikal verändert. Nur: Viele Gemeinden haben noch nicht erkannt, dass das auch heißt: Gemeinde muss sich in der Praxis verändern und anders mit den Herausforderungen umgehen, die die Gesellschaft an sie stellt. Alan Roxburgh regt zu einem neuen Denken und Handeln an.

Gäbe es eine einfache Übersetzung für den Begriff "missionale Gemeinde", gäbe es weniger Verwirrung. Wenn Sie "missionale Gemeinde" bei Google suchen, finden sie alle möglichen Aussagen – nett und klar wie ein schön verpacktes Päckchen. Meistens aber schaffen es diese Aussagen nicht, unsere Fantasie anzuregen. SIe helfen uns auch nicht, aus vorgefertigten Meinungen und Denkmustern hinsichtlich Gemeinde auszubrechen.

Ohne zu versuchen, selbst eine Definition zu geben, möchte ich einige Themen anreißen, die Ihre Fantasie anregen und Ihnen eine neue Vorstellung von missionaler Gemeinde geben wollen.

Die westliche Gesellschaft als Missionsfeld

Missionale Gemeinde erkennt, dass die westliche Gesellschaft selbst ein Missionsfeld ist. Diese Tatsache ruft nach mehr als neuen Evangelisationstaktiken. Moderne Evangelisation entwickelte sich in einer Zeit, in der die meisten Menschen davon ausgingen, dass das Christentum ein normaler, regulativer Bestandteil der westlichen Kultur ist, in der sie leben. Die meisten Menschen kannten die Grundlagen des Evangeliums in der einen oder andern Form. Evangelisation erfüllte die Rolle, das Evangelium zu verteidigen und auf eine Entscheidung zu drängen. Das funktionierte in einer Welt, in der die Gesellschaft in weiten Teilen grundsätzlich mit dem Inhalt des Evangeliums vertraut war. Aber das ist heute nicht mehr der Fall.

Im Jahr 2002 veröffentlichte eine große britische Boulevardzeitung auf der Titelseite ein Interview mit einem britischen katholischen Bischof. Die Schlagzeile lautete: "Das Christentum ist in Großbritannien fast am Ende!"  Dasselbe könnte man über ganz Westeuropa sagen. Auch in Kanada hat der Großteil der nachwachsenden Generationen keine Vorstellung mehr von der christlichen Überlieferung. Noch vor 25 Jahren sah dies anders aus. Die Veränderung war dramatisch und kam sehr schnell. Die zersetzenden Kräfte waren jahrzehntelang unter der Oberfläche der Gesellschaft am Werk und erreichten genau dann den Wendepunkt, als durch die Gesellschaft ein großes Erdbeben ging. Amerika steht dieser Wandel bald bevor. Er hat bereits einige Regionen des Landes erreicht. Hinter der Fassade von Vorstadt-Megagemeinden gibt es immer mehr Amerikaner, die mit der Kirche, wie sie sich darstellt, nichts mehr zu tun haben wollen.

Die missionale Sprache betont die Tatsache, dass wir im Westen mit einer radikal neuen Herausforderung konfrontiert  sind. Wir befinden uns nicht in einer Situation, in der kleine Anpassungen oder Kurskorrektionen bei unserem bisherigen Vorgehen ausreichen. Wir müssen die Rahmenbedingungen  und Paradigmen überdenken, die die "Komm-und sieh-Gemeinde" das letzte halbe Jahrhundert über geprägt haben. Die Stellung von Denominationen und Ortsgemeinden muss zu der von Missionaren in der eigenen Kultur werden. Dazu braucht es mehr als ein paar leichte Anpassungen; das erfordert eine völlig neue Art von Gemeinde.

Bei Mission geht es um die "Missio Dei"

Lateinische Begriffe sind vielleicht nicht die adäquate Kommunikationsform im 21. Jahrhundert, aber das Erfassen des Wesens Gottes in Bezug auf Mission ist tatsächlich zentral für die missionale Konversation. Noch einmal: Wenn der Westen, einschließlich Nordamerika, ein Missionsgebiet ist, in dem die grundlegenden Inhalte des Evangeliums entweder verloren oder durch andere Werte und Geschichten verwässert sind, dann ist der Kern unserer Mission der Gott, der uns in Jesus Christus begegnet ist – der Gott, den wir in der Dreieinigkeit von Vater, Sohn und Heiligem Geist bekennen.

Das mag Ihnen so offensichtlich erscheinen, dass man es nicht extra erwähnen müsste, aber das ist nicht der Fall. In der westlichen Gesellschaft haben Gemeinden ihr Augenmerk weg von Gott gerichtet, darauf hin, wie Gott uns dient und unseren Nöten begegnet. Jesus Christus ist eine von vielen Möglichkeiten auf dem Markt der spirituellen Angebote, und dazu da, die privaten Bedürfnisse von Individuen zu befriedigen. Die Folge ist ein im Wert gemindertes, angepasstes, sterilisiertes Christentum, das dem Evangelium nicht gerecht wird.

Die biblischen Erzählungen drehen sich um Gottes Mission in, durch und zum Wohl der Welt. Alle Aufmerksamkeit richtet sich auf Gott, und nicht von Gott weg. Die "Missio Die" fußt auf einem auf Gott ausgerichteten und nicht auf einem auf die Erfüllung persönlicher Bedürfnisse ausgerichteten Verständnis von Jesu Leben, Tod und Auferstehung. Die Ausrichtung der Gemeinde ist sowohl missiologisch als auch doxologisch. Craig Van Gelder stellt zwei Fragen, um uns zu helfen, dies nachzuvollziehen: Die erste Frage lautet: Was tut Gott in dieser Welt? Dazu muss man genau hinschauen, um zu sehen, was Gott in unserem Wohnviertel, in den Schulen, am Arbeitsplatz etc. tut. Die zweite Frage lautet: Was möchte Gott in unserer Welt tun? Um diese Frage zu beantworten, braucht eine Gemeinde Weisheit und eine von Gott geführte Vorstellungskraft, um sich auszumalen, was die Kraft des Evangeliums bewirken könnte, wenn Menschen bereit wären zuzuhören.

Immer wenn ich anderen Menschen diesen Aspekt der missionalen Gemeinde zumute, reagieren sowohl Klerus als auch Laien konsterniert und irritiert. Oft höre ich als Reaktion: "Wenn es im Evangelium nicht um die individuellen, persönlichen Nöte des einzelnen Menschen geht, um was geht es denn dann im Evangelium?“ Diese Frage offenbart das ganze Ausmaß, in dem wir unseren Bezugsrahmen ändern müssen, um das Evangelium wieder hören und praktizieren zu können. Der Begriff "missional" wurde gewählt, um die aktuelle Denkweise zu hinterfragen und herauszufordern. Er fordert

  • eine Verschiebung in der Verortung des Evangeliums hin zu Gott und seinen Taten,
  • ein Anerkennen der weitreichenden Kompromisse, die den christlichen Lebensstil heute ausmachen,
  • sowie eine Bereitschaft, diese herausfordernde Situation anzugehen.

Fortsetzung folgt ...

Alan Roxburgh ist Vizepräsident von Allelon Kanada (www.allelon.org). Er verfügt über 27-jährige Erfahrung als Gemeindeleiter und Pastor von Gemeinden in Kleinstädten, Großstädten und Vorortgemeinden, sowie in Leitungsfunktionen innerhalb einer Denomination.

Auszüge des Originalartikels "What is Missional Church?" von Alan Roxburgh -- mit Erlaubnis übersetzt und verwendet. Copyright: Allelon Publishing, www.allelon.org.

März 10, 2009 in Books, Gemeinde-Innovation, Leitung, Paradigmen | Permalink | Artikel verschicken | Kommentare (0)

Leidenschaft für Jesus – Vollmacht in der Leitung

LeiterkonferenzSo das Motto der 10. Vineyard-Leiterkonferenz, die vom 7.-10. Januar 2009 in Berlin stattfand. Mehr als 450 Teilnehmer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz erlebten in der deutschen Hauptstadt Tage der Inspiration, Ermutigung und Stärkung. Im Mittelpunkt standen wieder authentische und wegweisende Impulse zu  Fragen der Nachfolge Jesu im Zusammenhang mit Führungsaufgaben in der Gemeinde. 

Programm & Referenten

Persönlicher Rückblick eines Teilnehmers

Podcasts zum "Nachhören" und Vertiefen

Januar 11, 2009 in Gemeindegründung, Leitung, Podcast | Permalink | Artikel verschicken | Kommentare (0)